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Ovulationstest > PCO Syndrom
PCO Syndrom

In sehr wenigen Fällen haben sich bei der Anwendung eines Ovulationstests nicht eindeutige Resultate eingestellt. So wurde während einer längeren Anwendungszeit festgestellt, dass die Testlinie nie stärker gefärbt war als die Kontrolllinie - dies auch in der Zeit, in welcher eigentlich der LH-Wert erhöht sein sollte. Dies kann verschiedene Ursachen haben, auf eine davon möchten wir im nachfolgenden Text näher eingehen. Dieser Text dient jedoch lediglich der Information und nicht zur Selbstdiagnose. Treten Symptome bei Ihnen auf, welche im unteren Text beschrieben werden, empfehlen wir, den Gynäkologen/die Gynäkologin für weitere Informationen zu kontaktieren.

 

Was geschieht beim PCO-Syndrom?

In jedem Monatszyklus beginnen von den ursprünglich etwa 500'000 Eizellen, die in den Eierstöcken einer Frau angelegt sind, etwa 30 Zellen zu reifen. Um den 8. bis 10. Zyklustag beginnt eine der Eizellen, die man Leitfollikel oder Graaf'schen Follikel nennt, die anderen mit dem Wachstum zu überholen. Der Leitfollikel setzt sein Wachstum fort, die anderen Eizellen sterben ab.

 

Beim Polyzystischen Ovarsyndrom wird die Follikelreifung aufgrund erhöhter männlicher Hormone gestört. Das Heranwachsen des Leitfollikels bleibt aus. Es wachsen zunächst mehrere Eibläschen weiter und gehen dann ohne Ausreifen einer befruchtungsfähigen Eizelle zugrunde. Es findet kein Eisprung statt und somit gibt es auch keinen Gelbkörper, welcher den Menstruationszyklus in der 2. Hälfte bestimmt. Es gibt auch keinen normalen 28-tägigen Zyklus - dieser verlängert sich häufig weit über 35 Tage hinaus (Oligomenorrhoe) bis hin zum gänzlichen Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe).

 

Wann tritt das PCO-Syndrom auf?

Das PCO-Syndrom wird meist erst im Erwachsenenalter festgestellt. Der Beginn der Erkrankung reicht aber oft in die Pubertät zurück. Eine möglichst frühe Diagnosesicherung ist wichtig, um mögliche chronische Folgen einer Störung im Androgenhaushalt (Androgene = männliche Geschlechtshormone) zu erfassen und frühzeitig zu therapieren.

 

Wie häufig ist das PCO-Syndrom?

Ungefähr 5 bis 10% aller Frauen im gebärfähigen Alter sind vom PCO-Syndrom betroffen. Das PCO-Syndrom ist eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit. Es ist die häufigste Erkrankung der Hormondrüsen, die zu Störungen bei der Produktion oder Regulation von Hormonen führt.

 

Ist das PCO-Syndrom heilbar?

Nein. Das PCO-Syndrom ist aber ein Zustand, den man in Griff kriegen kann. Die Symptome werden behandelt, wenn sie Beschwerden machen oder ein nicht erfüllter Kinderwunsch besteht. Die Behandlung der Symptome soll unter anderem dazu beitragen, das Risiko zukünftiger Gesundheitsprobleme zu minimieren.

 

Ursachen für ein PCO-Syndrom

Die genauen Ursachen für ein PCO-Syndrom sind nicht bekannt. Einige Faktoren, die an der hormonellen Störung beteiligt sind, sind erforscht worden. Viele Frauen mit PCO haben zu viele männliche Hormone im Blut (Hyperandrogenismus), vor allem Testosteron, Androstendion und Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS). Die Bildung dieser männlichen Hormone wird unter anderem durch die Zysten angeregt, die sich beim PCO-Syndrom in den Eierstöcken befinden. Der hohe Spiegel an männlichen Hormonen bewirkt wiederum, dass die Hormone FSH und LH nicht im optimalen Verhältnis produziert werden. FSH und LH sind für die Entwicklung der Eizellen zu Eibläschen (Follikel) aber unverzichtbar. Deshalb entstehen aus den Eibläschen, die nicht heranreifen können, wieder Zysten.

 

Erbliche Veranlagung

Eine Rolle spielt wahrscheinlich eine erbliche Veranlagung, da das PCO-Syndrom auch familiär gehäuft vorkommt. Etwa 30% aller Frauen haben eines oder mehrere Symptome vom PCO-Syndrom. Eine familiäre Häufung mit Vererbung des PCO-Syndroms von der Mutter auf die Tochter ist festgestellt worden. Auch Männer können das PCO-Syndrom weitervererben: Männer, die zu einer frühzeitigen Glatzenbildung (vor dem 30. Lebensjahr) neigen, haben eher Töchter mit dem PCO-Sydrom.

 

Übergewicht (Adipositas)

Deutliches Übergewicht und daraus entstehende Folgeerkrankungen (z.B. Insulinresistenz und hormonelle Störungen) werden häufig als eine der Ursachen des PCO-Syndroms gesehen. Häufig tritt als Folge von Übergewicht eine vermehrte Insulinproduktion auf. Aber auch bei schlanken Frauen kommt das PCO-Syndrom vor. Bei ihnen kann die Ursache der Erkarankung im Bereich der zentralnervösen Steuerung liegen.

 

Körpereigene Insulinproduktion - Insulinresistenz

Ursache für PCO kann auch eine Störung der körpereigenen Insulinproduktion sein - die Insulinresistenz. Bei der Insulinresistenz spricht der Körper nicht auf das vorhandene Insulin an. Es kommt zu einem Insulinüberschuss und der Blutzuckerspiegel bleibt dennoch hoch. Dieser Insulinüberschuss scheint die vermehrte Bildung männlicher Hormone (Testosteron) anzuregen und zu Störungen der Eierstockfunktion zu führen.

 

Solche Zusammenhänge entstehen bei übergewichtigen Patientinnen häufiger als bei schlanken Frauen.

 

Medikamente gegen Insulinresistenz wirken auch positiv bei PCO-Syndrom.

 

Medikamente

Auch Medikamente könnten die Ursache für ein PCO-Syndrom sein. Ein Beispiel ist der Wirkstoff Valproat, der bei Epilepsie eingesetzt wird. Bei Frauen mit PCO-Syndrom, die erst Valproat nahmen und dann auf ein anderes Medikament umstiegen, besserten sich die PCO-Symptome manchmal.

 

Hormonstörungen

Eine vermehrte Ausschüttung des Hormons LH (Luteinisierendes Hormon) und eine Verminderung des FSH (Follikelstimulierendes Hormon) aus der Hirnanhangdrüse können sich zu einer Art Teufelskreis verstärken. Durch die vermehrte Ausschüttung des Luteinisierenden Hormons wird am Eierstock die Bildung männlicher Geschlechtshormone (Androgene) stimuliert. Diese werden im Fettgewebe in weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) umgewandelt. Die vermehrte und nichtzyklische Produktion von Östrogenen bewirkt wiederum an der Hirnanhangdrüse die oben erwähnte vermehrte Produktion des Luteinisierenden Hormons und die verminderte Ausschüttung des Follikelstimulierenden Hormons.

 

Eine ausreichende Produktion des FSH ist notwendig, weil es an der Umwandlung der Androgene in Östrogene beteiligt ist und eine regelmässige Menstruation mit Eisprung gewährleistet.

 

Enzyme

Auch ein Mangel des Enzym Aromatase, das für die Bildung weiblicher Hormone zuständig ist, kann eine Rolle bei der Ausprägung des PCO-Syndroms spielen. Ist es nicht in ausreichender Menge vorhanden, bildet der Körper aus Hormonvorstufen statt weiblicher vermehrt männliche Hormone.

 

Die Symptome des PCO-Syndroms

Die Symptome des PCO-Syndroms sind die Folgen einer übermässigen Androgenproduktion. Symptome dafür sind:

 

• Unregelmäßige Monatsblutung (Oligomenorrhoe)

Bei ungefähr einem Drittel aller Frauen mit unregelmäßiger Monatsblutung liegt dies am erhöhten Androgenspiegel (Testosteron und DHEAS).

 

• Monatsblutung, die ausbleibt (Amenorrhoe)

Bei einer stark erhöhten Androgenproduktion kann es zum vollständigen Ausbleiben der Blutung kommen. Ein Eisprung findet meist nicht statt, da die erhöhten männlichen Hormone das Eibläschen an seiner normalen Entwicklung hindern.

 

• Gelbkörperschwäche

Wenn es doch zu einem Eisprung kommt, dann besteht häufig eine Gelbkörperunterfunktion, die zu Schmierblutungen vor der eigentlichen Regelblutung oder nach Eintritt einer Schwangerschaft zu frühen Fehlgeburten führen kann.

 

• Unerfüllter Kinderwunsch und Unfruchtbarkeit (Infertilität)

Der unerfüllte Kinderwunsch ist bei Frauen mit einem PCO-Syndrom meist der Anlass, sich erstmalig mit diesem Problem dem Arzt vorzustellen. Häufig liegt die Unfruchtbarkeit daran, dass Frauen mit PCO keinen oder einen sehr unregelmäßigen Eisprung haben.

 

• Zysten der Eierstöcke und Vergrößerung der Eierstöcke

Typisches Symptome von PCO, welches der Arzt bei der Ultraschalluntersuchung feststellen kann, sind viele kleine Zysten an den Eierstöcken sowie eine Vergrößerung der Eierstöcke. Beim Vorliegen des PCO-Syndroms sind Veränderungen der Ovarien immer symmetrisch in beiden Eierstöcken anzutreffen. Eine Asymmetrie der Veränderungen (wenn nur ein Eierstock betroffen ist) deutet auf einen androgenproduzierenden Tumor des Ovars (Androblastom) hin.

 

• Übergewicht (Adipositas) oder Gewichtszunahme

Frauen mit PCO-Syndrom haben häufig eine Stammfettsucht (vor allem im Bereich von Rumpf, Hals und Kopf). Sie haben häufig eine eher apfelförmige Figur. Die zusätzlichen Pfunde sitzen vor allem am Bauch, ähnlich wie bei Männern mit "Bierbauch" - Arme und die Beine sind vergleichsweise schmal. Das Verhältnis von Bauchumfang zu Hüftumfang (Waist-To-Hip-Ratio) ist bei ihnen kleiner als bei Frauen mit birnenförmiger Figur. Nicht alle, aber die meisten Frauen mit PCO-Syndrom sind übergewichtig.

 

• Hirsutismus und Akne

Vermehrte Behaarung an für Frauen untypischen Stellen (Hirsutismus) kann ebenfalls, oft zusammen mit Akne, auftreten.

 

• Erhöhte männliche Geschlechtshormone im Blut (Hyperandrogenämie) Diese Hormonstörung ist bei einer Blutuntersuchung festzustellen.

 

• Chronischer Beckenschmerz

Die genaue Ursache dieser Schmerzen ist nicht bekannt. Möglicherweise entstehen diese Schmerzen einfach durch die vergrößerten Eierstöcke und die relative Enge im Becken. Die Schmerzen gelten als chronisch, wenn sie mehr als sechs Monate bestehen.

 

• Acanthosis nigricans

Schmutzigbraune bis -graue Hautveränderungen; meist beidseitig symmetrisch in Achselhöhlen, Gelenkbeugen, im Nacken- und Geschlechtsbereich.

 

 

Wir möchten Sie noch einmal darauf hinweisen, dass dies lediglich ein Beschrieb von PCO-Syndrom ist, sollten Sie ein oben erwähntes Symptom bei sich feststellen, kann dies andere Ursachen haben. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Gynäkologen/Gynäkologin zu kontaktieren, um weitere Abklärungen zu machen und Informationen einzuholen.

 

 


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